KipperDesign

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Intro

Montag Morgen, 08.00 Uhr: "Hey, guten Morgen Philippe, Überfall! Wir haben bisher nur sehr wenige Architekten als Kunden. Wir möchten mehr Architekten als Kunden, wie stellen wir das am besten an? Let's brainstorm!"

3 randgefüllte Kaffees und ein vorne bis hinten vollgekritzelter Notitzblock später nahm der Plan langsam Form an... Muster! Jede Menge Muster, in Kombination mit einen jährlich frisch gedruckten "Muster-Highlights"-Katalog.


Der Auftrag

Der Kunde

Die FällanderGlas AG ist eine traditionelle Glasätzerei (gegr. 1961) mit Firmen- und Produktions­sitz im Industriegebiet Fällanden. Das schweizer Unternehmen bietet Privat- & Grosskunden weltweit diverse Milchglas Ätz-Töne, rutschsichere Glas-Oberflächen­behandlungen und hochkomplexe Designätzungen an.

Das Briefing

Da sich die Zielgruppe "Architekt" einen visuell extrem hohen Standard gewöhnt ist, muss der Muster-Katalog zwingend einen professionellen und erfahrenen Eindruck hinterlassen. Die Zielgruppe ist sich eine seriöse und präzise Geschäftspraxis gewöhnt und daher ist der erste Eindruck enorm wichtig. Der Katalog soll äusserlich schlicht, mit viel leerem Raum gehalten werden. Dies soll die Arbeit der Architekten spiegeln, wo aus ästhetischen Gründen ebenfalls mit viel leerem Raum gearbeitet wird. Inhaltlich soll der Katalog mit grossformatigen Hintergrundbildern visuell attraktiv gestaltet werden und mit einem übersichtlichen Layout und fein säuberlicher Auflistung der Muster triumphieren.

Das Farbspektrum

Schwarz, Weiss, Blau (Cyan – FällanderGlas AG Firmenfarbe)
Pink, Rot, Orange, Gelb, Grün, sonstige grelle & konkurrierende Farben

Grossformatiges Bildmaterial

Nach exstensiver Bildredaktion und mehreren Auswahlverfahren wurde sich auf 9 Bilder geeinigt, welche als grossformatige Hintergrundbilder dienen werden. Voraussetzung war es, dass ein Grossteil des Bildes eine Glasfläche zeigen soll (damit später Muster per Photoshop aufgetragen werden können, aber dazu später mehr).

Verwendete Hintergrundbilder

Sämtliches Bildmaterial auf Adobe Stock erworben

Muster, Muster Muster

Nach Ausschreiben eines Wettbewerbs, mit sehr spezifischen Vorgaben, haben wir von einer auf Muster spezialisierten Grafikerin über 2'000! für die FällanderGlas AG hergestellte Muster erworben.

Mehr als 2000 Muster

Die Schrift

Als Schrift wurde die, für die FällanderGlas AG als Standard-CI genutzte Schriftart Titilium verwendet.

Übersicht Titillium Schrift

Schriftart Titilium von
Accademia di Belle Arti di Urbino




Der Arbeits­prozess

Sortieren, kategorisieren, einordnen

Über 2000 Muster im Sortiment und keinen blassen Schimmer nach welchen Kriterien diese einzuordnen sind... Was soll ich damit bloss anfangen? Welche Terminologie nutzen Architekten überhaupts? Wie viele Rubriken soll ich erstellen? OK, durchschnaufen, und etwas an die frische Luft spazieren gehen – Inspirationssuche – und siehe da, keine 5 Minuten an der frischen Luft schon kam mir die zündende Idee. Schüler brauchen Taschengeld, immer, das zählt auch für etwas ältere Schüler, die Studenten. Es gibt somit also bestimmt etliche Architekturstudenten die besagte Muster sicher mit Leichtigkeit und noch so gerne für etwas Taschengeld einordnen würden. InDesign auf, Flyer erstellt und eine Stunde später hing dieser am Message Board der ETH Zürich.

Poster: I need you!

Der Flyer war zwar nicht sonderlich hübsch, aber den gewünschten Effekt erzielte er allemal! Schlussendlich unterteilten wir (mit freundlicher Zusammenarbeit eines Architektur-Studenten) die Muster in folgende Kategorien: Quadratisch, Geschwungen, Gepunktet, Linear, Mehrwinklig und Dreieckig.


Das "total echte und überhaupt nicht Photogeschoppte" Bildmaterial

Was tun wenn man dem Kunden ein Produkt vorstellen möchte, was es in der zu präsentierenden Form noch gar nicht gibt? Richtig. Photoshop. Eine ganze Menge Photoshop.

Schritt 1: Erstellen des Masken-Bereiches


before
after


Schritt 2: Hintergrund weichzeichnen & aufhellen


before
after


Schritt 3: Muster mit Maske, Weichzeichner, Aufhellung und Perspektive


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after



Layout & Typografie

Nachdem wir nun das grossformatige Bildmaterial und die Muster fein säuberlich unterteilt hatten konnte mit dem Layout begonnen werden. Jede Kategorie erhält eine Intro-Doppelseite mit einem grossformatigen Hintergrundbild, einem kurzen Intro Text und pro Subkategorie jeweils 3 Muster um den Betrachter etwas "glustig" zu machen und die visuelle Vorstellung etwas zu vereinfachen.

Broschüre Doppelseite

Die Auflistung der Muster wurde hingegen absichtlich weniger intrusiv gestaltet, sodass das Design nicht konkurriert und die Muster somit besser zur Geltung kommen. Damit trotzdem etwas Variation in das Ganze kommt, wurde die Seite der blauen Hintergrundfläche jeweils getauscht. Wichtig war es auch, dass jedes Muster zusätzlich noch mit einer Referenznummer versehen wird, sodass die Architekten das gewünschte Muster nachträglich mit Leichtigkeit anfragen können.

Broschüre Doppelseite Muster

Broschüre Doppelseite Muster


Abschluss & Retro­spektive

Alles in allem war dies ein sehr zufriedenstellendes Projekt und der Katalog ist bei all unseren Besuchen auf sehr gute Resonanz gestossen. Dank unseres professionellen Auftritts und einem physischen Katalog, welchen man in den Händen halten konnte, haben wir bei unserer Zielgruppe voll ins schwarze getroffen. Wir wurden sogar öfters gar gefragt ob wir nicht noch ein zweites Exemplar hätten, welchen Sie der Kundschaft ausleihen könnten. Dieses eigentlich simple Objekt hat dank gutem Design und einfacher, übersichtlicher Führung einige Projekte eingebracht. Ich würde den Katalog somit also als erfolgreich deklarieren.



Bonus

Interesse geweckt? Dann gibts die Broschüre hier als digitalen Download:

Broschüre Herunterladen

(PDF 15.8 MB)